Olomouc - Olmütz


Die Stadt war bis ins 17. Jahrhundert historisches Zentrum Mährens und hat auch heute eine bedeutende Stellung als starkes Handels-, Kultur- und Verwaltungszentrum. Der Name Olomouc bedeutet "kahler Berg"

  • Region:  Olomoucký kraj
  • Bezirk:  Olomouc
  • Fläche:  10 336 ha
  • Meereshöhe:  219 ü.d.M.
  • Einwohner:  99 500

Das historische Zentrum der Stadt Olomouc, auch "Perle auf dem grünen Kissen" genannt, ist der zweitgrößte  Komplex von Baudenkmälern in Tschechien. Dank seiner reichen Geschichte und seiner zentralen Lage in Mähren ist er ein attraktiver Ort für den Tourismus. Sie finden hier gleich mehrere einzigartige barocke Brunnen und Säulen mit mythologischen Motiven. Direkt in der Mitte der Stadt, sind monumentale Kirchen, Paläste und wunderschöne Parkanlagen zu sehen. Man sagt, das Olomouc europaweit die meisten Kirchen pro Einwohner  hat. In Sache Schönheit kann Olomouc mit Prag konkurrieren, sie ist aber mit seinen ca 100 000 Einwohner leider ein bisschen zu klein.

Die Säule der Heiligen Dreifaltigkeit ist die größte Gruppierung von barocken Statuen im Rahmen einer Skulptur in Mitteleuropa.  Erbaut wurde sie im Jahr 1716 - 1754 und zu Weihe kam,  am 9.September 1754, die Kaiserin Maria Theresia mit ihrem Gatten Franz I. In  den letzten Jahren wurde sie mühevoll restauriert und  im Jahr 2000 wurde sie in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Säule ist ganze 35 m hoch, in ihrem unterem Teil befindet sich eine Kapelle, die man besichtigen kann. 18 Heilige-Statuen, 12 Lichtträger-Figuren, 6 Reliefs mit Halbfiguren von Aposteln sind hier sehr harmonisch platziert. Im mittleren Teil ist die Statuegruppe Maria Himmelfahrt und ganz oben die Statuegruppe der Heiligen Dreifaltigkeit. Die beiden Gruppen sind aus Kupfer und wurden vergoldet.

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Die Marienpestsäule wurde im Jahr 1713 bis 1715 gebaut, nach dem die Pest die damalige Olomouc besucht hat. Sie ist die Dominante des Unteren Marktplatzes und eine Variante der Prager und Wiener Pestsäule. Der unteren Teil der Säule wird von acht Heiligen geschmückt, dabei ist auch die St.Paula - die Schutzheilige der Stadt Olmütz.

St.Johannes Sarkander ist ein katholischer Geistlicher, welcher im Jahr 1620 beschuldigt wurde, die Invasion der Armee des polnisch katholischen Königs nach Mähren vermittelt zu haben. Er wurde im Olmützer Gefängnis gefangen gehalten, verhört und auf der Folterbank gefoltert, weil er das Beichtgeheimnis nicht verletzen wollte. Bei einem Besuch von Papst Johannes Paul II. in Olomouc im Jahre 1995, wurde Johannes Sarkander zum Heilligen erklärt, er wurde zum Beschützer und zum Patron des Beichtgeheimnisses. In der Kapelle St.J.Sarkander verbirgt sich  im Keller die Folterbank, auf der J.Sarkander gefoltert wurde.


Sechs meisterhaft verarbeitete Brunnen mit mythologischen Motiven schmücken das Stadtzentrum seit dem 17. und 18.Jahrhundert.

Der Caesar-Brunnen ist der bekannteste und der künstlerisch anspruchsvollste  Olmützer Brunnen aus dem 1725 Jahrhundert. Der bildhauerische Schmuck stellt den sagenumwobenen Gründer der Stadt - den Kaiser Galius Julius Caesar - da. Die Statue Cäsars wurde so angebracht, dass sie ihr Gesicht vom Olmützer Rathaus in Richtung Michalsky Hügel zeigt. Der Sage nach soll sich hier das Lager des römischen Heeres befunden haben. 

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Der Herkules-Brunnen schmückt die Statue des antiken Helden Herkules.


Der Jupiter-Brunnen, auf Dolnim Namesti, zeigt den antiken Herrscher der Götter Jupiter mit einem Bündel von Blitzen. Die Statue wurde von Bilderhauer Fillip Sattler aus Tirol erschaft und gehört Dank ihrer dynamischer Konzeption und gelungenen propotionalen Lösung, zu den besseren Werken des mährischen Hochbarocks.

Der Merkur-Brunnen gilt als einer der künstlerisch wertvollsten der Ölmützer Barock-Brunnen.


Das Gebäude des Olmützer Rathauses, aus dem 14.Jahrhundert dominiert auf dem Horním náměstí. Das Gebäude verfügt über einen Innenhof, ist reichlich mit Mal-Werken und Figur- Motiven geschmückt. In seinem Interieur sind eine ganze Reihe von ursprünglichen Räumen erhalten. Ein Teil des Interieurs, ist die gotische Kapelle St.Hieronym, mit dem ältestem einzigartigem Kreisgewölbe des donauländischen Typs in Tschechien.

Die Astronomische Uhr wurde in die nördliche Ratshausfassade eingebaut . Das heutige Aussehen  stammt aus den 50er Jahren des 20.Jahrhunderts. Täglich um 12 Uhr bewegen sich Figuren von Arbeitern, Bauern und der "schaffenden Intelligenz",  das Glockenspiel der Astronomischen Uhr spielt dabei die Hannakische Volkslieder.


St.Moritz Dom aus dem 14. bis 15. Jahrhundert, wurde im spät gotischem Baustil gebaut. Hier können Sie  die größte Orgel in Mitteleuropa und die acht-größte in Europa, aus dem Jahr 1745 bewundern. Zu dem ursprünglich barocken Instrument mit drei Manualen kam nach der Rekonstruktion in den 60. Jahren des 20.Jahrhunderts, noch ein weiteres Instrument mit fünf Manualen dazu. Die Orgel hat 135 Register und 10 400 Pfeifen.

Internationales Orgel -Festival in Olomouc

Bereits seit vierzig Jahren kommen am Ende des Sommers Organisten aus der ganzen Welt, um an dem Prestigefestival teilzunehmen und in der St.Moritz Kirche die unikate Barockorgel spielen zu können. Wegen der besonders guten Akustik wird die Kirche auch für Tonaufnahmen genutzt.


Die Kathedrale St.Wenzels,  mit ihrer zweiteiligen Vorderfront gehört sie zum Panorama der Stadt. Der dritte Turm mit seinen 100,65 m Höhe, ist der höchste Kirchturm in Mähren und zweitgrößte in Tschechien. Sie stammen ca aus dem 13.Jahrhundert.


Die Burganlage auf der Wenzelsanhöhe wurde im Laufe der Jahre mit verschiedenen Anbauten und später mit der St.Wenzel Kathedrale stark verändert. Hier wurde im Jahr 1306 der letzte böhmische König Wenzel, der III ermordet.


Svatý Kopeček -  Heiliger Hügel ist ein karger, felsiger Hügel, nur eine halbe Stunde von Olomouc entfernt, mit eine Wallfahrtskirche  des St.Sebastian. Dieser monumentale Barockdom wurde 1995 von Papst Johannes Paul II. zur Basilika Minor erhoben und bietet einen bezaubernden Ausblick auf die Stadt. 

 In Olomouc können Sie gleich mehrere Museen besuchen. Fast ein Pflichtbesuch ist das Erzdiözese Museum und Kunst Museum der Palacky-Universität. Die beiden Museen decken ein breites Spektrum vom 12.Jahrhundert bis zur zeitgenössischen Kunst ab. Die goldverziehrte Kutsche von Kardinal Troyer ist eine von den vielen Highlights.

Zu den weiteren wichtigen Denkmälern gehört der Romanische Bischofspalast, Erzbischofspalast, Kloster Hradisko, Olmützer Burg, Kapuzinerkirche und vieles andere.


Olomouc ist die Stadt der Blumen, es ist eine blühende Metropole. Dreimal jährlich kommen tausende Besucher nach Olomouc, um den Zauber der traditionellen Blumenausstellung

Flora Olomouc - zu sehen. In den Parks rund um das historische Stadtzentrum finden Sie  eines der größten Gewächshäuser Tschechiens, einen botanischen Garten und ein Rosarium.  Diese große Parkanlagen wurden schon im 19.Jahrhunderts  gegründet.

Sie sind in der ganzen Stadt zu sehen und so bieten sie Raum für Entspannung und einzigartige Ausblicke.


Die Stadt Olomouc kann gleich auf mehrere Persönlichkeiten stolz sein, die hier zu Besuch waren oder hier gewohnt haben.

  • Wenzel III.- böhmischer, polnischer und ungarischer König.Er wurde in Olomouc am 4.August 1306 als 16jähriger Herrscher ermordet.
  • Franz Josef I. - österreichischer Kaiser, wurde hier als 18 jähriger am 2.Dezember 1848 gekrönt.
  • Matthias Corvinus, der berühmteste ungarische König, hat sich in der Olmützer Kathedrale krönen lassen.
  • Maria Theresia war hier öfters zu Besuch.
  • Balduino war der erste bekannte Ölmützer Komponist (12.Jahrhundert), der aus Rom kam.
  • W.A.Mozart hat hier als 11 jähriger seine Symphonie F-Dur komponiert.
  • L.van Beethoven hat hier die berühmte Missa solemnis für das heilige Wenzelsmünster komponiert.
  • Gustav Mahler war hier als Dirigent des deutschen Stadttheaters tätig (1883) - heute  Mährisches Theater.
  • Johann J.W.Radetzky, der österreichischer Marschall und einer der besten europäischen Heerführer des 19.Jahrhunderts war hier  als Kommandeur in der Olmützer Zitadelle.