Die Filmfabrik "Studio Barrandov" existiert schon seit 1930. Barrandov ist nicht nur der Name der großen Prager Filmstudios, sondern auch eines Prager Stadtteils. Das hohe Ufer des Flusses Vltava (Moldau) wurde nach dem französischen Forscher Joachim Barrad bennant, welcher in seiner Zeit (ca 1860) Forschungen über ausgestorbene Lebewesen in Mittelböhmen gemacht hat. Die Filmgeschichte ist eng verbunden mit der Geschichte der Prager Unternehmerfamilie Havel - Vater des späteren Präsidenten Vaclav Havel (gestorben im Dezember 2011). Milos Havel, der jüngere Bruder, gründete im Jahr 1921 die SB Aktiengesselschaft (American Film und Bigrafia). Ein paar Jahre später wolte sein Bruder (Vater vom Präsident Havel) auf dem Barrandov-Hügel eine luxuriöse Villenanlage bauen und dabei hat er dort auch das Studio Barrandov eingeplant.
Die Studios hatten nach kurze Zeit ca 300 feste Mitarbeiter, drehten bis zu 80 Filme im Jahr und wurden langsam für ausländische Produzenten attraktiv. Hier wurde der Film "Golem" gedreht, später zum Beispiel die Trickszenen für den Film "Der Fall von Berlin". Die Prager Barrandov-Studios werden das Hollyvod des Ostens gennant. Immer öfters werden internationale Filmproduktionen aus Kostengründen in Prag gedreht. Die Studios wurden vor allem für tschechische Märchenfilme bekannt (Drei Haselnüsse für Aschenbrödel - 1973).
Unter der kommunistischen Regierung, in den frühen 80 Jahren, entstand das mit acht Oscars prämierte Werk "Amadeus". Mit "Mission Impossible" (1995) kamen mehr Produzenten aus dem Ausland. Das James-Bond Film "Casino Royale" wurde im historischen Stadtteile von Prag gedreht, aber auch in Karlsbad, in Plana bei Marienbad, in Großbritanien und auf den Bahamas. Im Unterschied zu den anderen Orten allerdings bleibt Prag im Film Prag.
Die Kinderserie "Pan Tau" und die Filme "Die Märchenbraut", "Die Besucher" und "Der fliegende Ferdinand" sind Koproduktionen mit dem WDR.
Vom Casting bis zur Synchronisation wird in Tschechien rund um die Filmproduktion alles angeboten. Tschechische Bühnenbildner gelten als besonders geschickt, was viele Fantasie- und Historiefilme anlockt. Im Jahr 2004 wurde hier für Regisseur Roman Polanski`s Film "Oliver Twist" das London des 19.Jahrhunderts nachgebaut.
Wenn man von Barrandov spricht, muß man den großen Fundus an Kostümen erwähnen (ca 260 000 Stück aus allen Epochen), die Möbelsammlung umfasst den Zeitraum vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In Prag wird auch die Filmmusik gemacht - im Jahr 2006 erhielt die Filmmusik des berühmten Komponisten A.Dewsplat den "Goldenen Globe" der amerikanischen Filmakademie. Diese Filmmusik wurde im Prager Rudolfinum aufgenommen.
In Barrandov gibt es keine geführte Touren für Touristen. Andererseits sind aber verschiedene Restaurants auf dem Gelände für jedermann geöffnet und man kann den Kostümfundus besuchen.
www.barrandov.com www.barrandov.cz.
Tauchen Sie in die Welt des Filmkostüms! Der größte Kostümverleih in Mitteleuropa hat für Sie an jedem ersten Samstag im Monat geöffnet und es werden Führungen für die Öffentlichkeit angeboten. Termine ab 10.00 Uhr und dann jede volle Stunde bis 15.00 Uhr. Ab 14.00 Uhr wird die Führung in englischer Sprache angeboten.
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